Von Maschenanschlag und Maschenprobe über rechte und linke Maschen bis hin zu klassischen Mustern wie Patent-, Zopf- oder Perlmuster: Wir zeigen Dir die wichtigsten Grundlagen und erklären Schritt für Schritt, wie die verschiedenen Techniken funktionieren.
Was Du brauchst, um loszulegen
Wenn Du gerade erst mit dem Stricken beginnst, kann die große Auswahl an Nadeln, Garnen und Zubehör zunächst etwas verwirrend sein. Lass Dich davon nicht abschrecken! Für Deine ersten Strickversuche brauchst Du im Grunde nur Stricknadeln und Garn.
Und falls nicht gleich alles klappt: Das gehört dazu. Mit jeder Reihe bekommst Du mehr Übung und ein besseres Gefühl für Nadeln und Faden.
Noch mehr Grundlagen und hilfreiche Tipps für den Einstieg findest Du in unserem ausführlichen Anfängerleitfaden zum Stricken.
Diese Strickmuster und -techniken sind besonders wichtig
Bevor Du Dich an Dein erstes größeres Strickprojekt wagst, lohnt es sich, die wichtigsten Grundtechniken kennenzulernen. Dazu gehören neben der richtigen Handhaltung vor allem der Maschenanschlag sowie rechte und linke Maschen.
Am Anfang sieht das Maschenbild vielleicht noch nicht vollkommen gleichmäßig aus. Das ist ganz normal. Je öfter Du strickst, desto sicherer werden die Bewegungen – und irgendwann laufen viele davon ganz automatisch ab.
So beginnst Du: der Maschenanschlag
Ob Winterpullover, Beanie oder Puppenkleid: Jedes Strickprojekt beginnt mit dem Maschenanschlag. Dabei werden die benötigten Maschen auf die Stricknadeln gebracht.
Für einen guten Start ist es wichtig, die Fäden richtig in der Hand zu halten und die einzelnen Maschen sauber anzuschlagen.
Die Maschenprobe
Auch wenn Du am liebsten direkt mit Deinem neuen Projekt beginnen möchtest: Eine Maschenprobe solltest Du bei jeder Strickarbeit machen.
Sie gibt an, wie viele Maschen beziehungsweise Reihen auf 10 cm benötigt werden. So kannst Du überprüfen, ob Dein fertiges Kleidungsstück später die richtige Größe haben wird und ob Du mit der passenden Nadelstärke arbeitest.
Dafür misst Du jeweils 10 cm in Höhe und Breite Deines Probestücks ab.
Rechte und linke Maschen
Rechte und linke Maschen gehören zu den absoluten Grundlagen beim Stricken. Viele klassische Strickmuster entstehen allein dadurch, dass diese beiden Maschenarten unterschiedlich miteinander kombiniert werden.
Beim Stricken gehst Du dabei grundsätzlich folgendermaßen vor:
- Eine der Nadeln nach hinten herausziehen.
- Die leere Nadel in die rechte beziehungsweise linke Hand nehmen.
- Den Faden, der zum Knäuel führt, über den Zeigefinger der linken beziehungsweise rechten Hand legen und weiterstricken.
Die Randmasche
Die Randmaschen sind bei Deinem Strickprojekt jeweils die erste und die letzte Masche einer Reihe. Sie bilden damit den äußeren Abschluss Deiner Strickarbeit.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Randmaschen zu arbeiten. Wenn Du noch nicht viel Strickerfahrung hast, kannst Du es Dir zunächst einfach machen und die Randmasche als rechte oder linke Masche stricken.
Das Patentmuster – klassisch schön und vielseitig
Das Patentmuster ist ein echter Klassiker und eignet sich für die unterschiedlichsten Strickprojekte. Warme Schals, kuschelige Pullover oder Beanies bekommen durch das Muster eine besonders schöne Struktur.
Charakteristisch für das Patentmuster ist seine griffige und voluminöse Oberfläche. Dabei wird nicht nur Masche für Masche gestrickt, sondern gleichzeitig in die Tiefe gearbeitet. So entsteht ein besonders warmes, stabiles und dehnbares Gestrick.
Auch wenn Du noch nicht lange strickst, kannst Du Dich an das Patentmuster heranwagen. Gerade für erste Projekte wie einen Schal eignet es sich gut.
Durch das zusätzliche Volumen steigt allerdings auch der Garnverbrauch. Beim Patentmuster unterscheidet man drei Varianten:
- Vollpatent
- Halbpatent
- falsches Patent
Wenn allgemein vom Patentmuster gesprochen wird, ist damit das Vollpatent gemeint.
So strickst Du das Patentmuster
Beginne mit dem Maschenanschlag. Dabei muss die Maschenanzahl durch zwei teilbar sein. Denke daran, dass zwei der Maschen später die Randmaschen bilden. Am Ende jeder Reihe wird das Strickstück gewendet.
Tipp: Beim Patentmuster werden Strickprojekte bei gleicher Reihen- und Maschenanzahl kleiner als rechts gestrickte Arbeiten. Eine Maschenprobe ist deshalb besonders wichtig.
In der ersten Reihe strickst Du abwechselnd eine rechte und eine linke Masche. Die Randmaschen werden immer rechts gestrickt. Am Ende der Reihe wendest Du Dein Strickstück und strickst zurück.
In der Rückreihe beginnt das eigentliche Patentmuster. Die erste Masche wird wieder rechts gestrickt.
Danach arbeitest Du im Wechsel eine tiefgestochene rechte Masche und eine linke Masche.
Für die tiefgestochene rechte Masche stichst Du nicht wie gewohnt in die Masche auf Deiner Nadel ein, sondern eine Reihe tiefer.
Nach diesem Prinzip strickst Du sowohl die Hin- als auch die Rückreihen weiter: abwechselnd eine linke und eine tiefgestochene rechte Masche – immer links über links und rechts über rechts.
Auf diese Weise entsteht die typische Tiefe des Patentmusters.
Das Zopfmuster – zeitlos, skandinavisch, schick
Kaum ein Muster steht so sehr für gemütliche Strickmode wie das Zopfmuster. Es erinnert an kalte Wintertage und wird häufig mit dem hohen Norden und klassischer Strickmode verbunden.
Auf den ersten Blick sieht ein Zopfmuster ziemlich kompliziert aus. Kleinere Varianten sind aber durchaus auch für Anfänger geeignet.
Wenn Du rechte und linke Maschen bereits sicher stricken kannst, kannst Du Dich an Deinen ersten Zopf wagen. Zusätzlich zu Deinen normalen Stricknadeln benötigst Du dafür eine Hilfsnadel mit Wölbung.
So kannst Du ein Zopfmuster stricken
Das Muster wird im Wechsel aus linken und rechten Maschen gearbeitet.
- Beginne mit zwei linken Maschen.
- Hebe anschließend drei Maschen auf eine Hilfsnadel.
- Diese drei Maschen bleiben zunächst auf der Hilfsnadel und werden vor Dein Strickstück gelegt.
- Nun strickst Du drei rechte Maschen.
- Anschließend nimmst Du die Hilfsnadel wieder hinzu und strickst die drei darauf liegenden Maschen wie gewöhnliche rechte Maschen.
- Danach sollte Deine Hilfsnadel wieder leer sein.
- Nun folgen wieder zwei linke Maschen. Anschließend nimmst Du erneut drei rechte Maschen auf die Hilfsnadel und wiederholst das Schema.
- Ist eine Reihe fertig, werden die folgenden Reihen nach demselben Schema gestrickt.
So entsteht nach und nach die typische Optik des Zopfmusters.
Das Perlmuster – edel und einfach
Sobald Du rechte und linke Maschen beherrschst, kannst Du Dich auch am Perlmuster versuchen.
Die charakteristischen kleinen „Perlen“ entstehen dadurch, dass rechte und linke Maschen versetzt gestrickt werden. Das Muster wirkt lebendig, bleibt dabei aber schön gleichmäßig.
Ein weiterer Vorteil: Die Ränder rollen sich beim Perlmuster nicht ein. Deshalb wird es besonders gerne für Schals oder Pullover verwendet. Natürlich kannst Du das Muster aber auch für viele andere Strickideen einsetzen.
Beim Perlmuster gibt es zwei Varianten:
- kleines Perlmuster
- großes Perlmuster
Ist einfach nur vom Perlmuster die Rede, ist damit meist das kleine Perlmuster gemeint.
So strickst Du das Perlmuster
Beginne zunächst mit dem Maschenanschlag. Die Maschenanzahl beim Perlmuster sollte immer eine ungerade Zahl sein.
Danach geht es folgendermaßen weiter:
- Stricke zunächst eine rechte und anschließend eine linke Masche.
- Wiederhole rechte und linke Maschen bis zum Ende der Reihe.
- Die letzte Masche muss ebenfalls eine rechte Masche sein.
- Wende Dein Strickstück.
- In der nächsten Reihe strickst Du rechte und linke Maschen weiter, jetzt aber versetzt.
- Über die rechte Masche der Hinreihe kommt in der Rückreihe eine linke Masche.
- Über die linke Masche der Hinreihe kommt entsprechend eine rechte Masche.
Durch dieses Versetzen entsteht die typische Struktur des Perlmusters.
Die passenden Strickanleitungen für klassische Strickmuster
Maschenanschlag, rechte und linke Maschen sitzen und Du möchtest Dein neues Wissen gleich ausprobieren? Dann wird es Zeit für ein richtiges Strickprojekt.
In unserem Shop findest Du zahlreiche Modelle mit Strickanleitungen, an denen Du die verschiedenen Grundtechniken und klassischen Strickmuster ausprobieren kannst.
Gerade wenn Du noch nicht so viel Erfahrung hast, lohnt es sich, mit einem Modell mit niedrigem Schwierigkeitsgrad zu beginnen. So kannst Du Dich ganz auf die neuen Techniken konzentrieren und bekommst mit jeder gestrickten Reihe mehr Sicherheit.
Und dann heißt es nur noch: Garn und Nadeln aussuchen und losstricken!


